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  |  09. Oktober 2019

Düsseldorf strebt hoch hinaus

Zahlreiche Hochhausprojekte

Auf der Expo Real in München feiert die Landeshauptstadt ein Messe-Jubiläum: Sie ist zum 20. Mal vertreten. Gemeinsam mit 38 Partnern präsentiert die rheinische Metropole auf 500 m² auch 2019 den Immobilienstandort Düsseldorf mit neuen Projekten und Akzenten, die in diesem Jahr das Hochhaus ins Zentrum stellen.

Düsseldorf verfügt, anders als Frankfurt, nicht über eine konzentrierte Skyline. Aber mehr als 25 Gebäude sind höher als 60 Meter und begründen eine bald schon jahrhundertlange Tradition: Das Wilhelm-Marx Haus, 1924 erbaut, war das erste Bürohochhaus Deutschlands. Heute wächst die Stadt auf begrenzter Fläche von rund 217 Quadratkilometern. Die Einwohnerzahlen steigen und werden Prognosen zufolge um das Jahr 2040 herum die Marke von 700.000 übertreffen. Schon gegenwärtig besteht daher ein hoher Bedarf an Wohn- und Büroraum.

© Landeshauptstadt Düsseldorf/Michael Gstettenbauer
Nachdem kürzlich Auflagen des Flughafens Düsseldorf für den Luftraum der Landeshauptstadt weggefallen sind, wird das Hochhaus neben anderen städtebaulichen Maßnahmen zu einer wichtigen Bautypologie der kommenden Jahre. Erst jüngst hat sich der neue Hochhausbeirat der Stadt Düsseldorf konstituiert. Er sieht seine Aufgabe als unabhängiges Gremium, das Politik und Verwaltung in Fragen der Architektur, der Stadtplanung und des Stadtbildes unterstützt. „Wir unterstützen Düsseldorf dabei, unter Berücksichtigung von Qualitätsaspekten, über sich hinauszuwachsen“, so Dr. Jürgen Tietz, stellvertretender Vorsitzender des Hochhausbeirats.

Auch heute entstehen an unterschiedlichen Punkten Hochhäuser, die das Stadtbild verändern. Insbesondere sind neue Hochpunkte an den wichtigen Eingangssituationen zur Stadt geplant, wie zum Beispiel am Düsseldorfer Hauptbahnhof und im naheliegenden Quartier Central. Oberbürgermeister Geisel ist sich sicher: „Düsseldorf wächst. In der Stadt steckt noch viel Potenzial - auch in die Höhe. Der Weg zum nächsten Level beginnt schon jetzt.“

So entwickelt sich eine Hochhaus-Gruppe am Kennedydamm. Neben den bereits bestehenden Gebäuden Horizon und Sky-Office und den geplanten Projekten Hexagon und Gateway wird gerade der Bereich westlich des Kennedydamms in den Fokus genommen: Mit dem Eclipse ist bereits eine Planung bekannt, weitere Flächen und Projekte an der Georg-Glock-Straße, der Uerdinger Straße und dem Karl-Arnold Platz sowie auf dem alten Campus der Fachhochschule Golzheim werden nun gesamthaft genauer untersucht.

„Die Stadt überlässt die Entwicklung nicht sich selbst. Wir sorgen mit dem Hochhaus-Rahmenplan und Workshops dafür, dass unsere Anforderungen an das Stadtbild, die architektonische Qualität und die Entwicklung des Stadtklimas erfüllt werden“, betonte Baudezernentin Cornelia Zuschke.

Und auch am weiter östlich gelegenen Stadteingang am Mörsenbroicher Ei tut sich Einiges: Neben dem Arag Tower und dem im Bau befindlichen Upper Nord Tower soll ein weiteres Highlight über die eigenen Grenzen des Quartiers hinaus strahlen. Ein unverwechselbares Profil soll der erste CO2-neutrale Tower des japanischen Star Architekten Tadao Ando an der Mercedesstraße beisteuern.

Nicht nur an den Stadteingängen, auch im Düsseldorfer Medienhafen sich bewegt viel. Die Bauarbeiten an einem bereits bekannten Hochpunkt werden gerade sichtbar: In unmittelbarer Nachbarschaft zum Trivago Hauptquartier entsteht der myhive Tower. Zukünftig wird hier das erste myhive Bürogebäude der Immofinanz Einzug halten und den Medienhafen um ein modernes „New Work“-Konzept ergänzen. Und auch der Wettbewerb Kesselstraße weist zwei weitere Hochpunkte an der Kaipromenade und am Hafenbecken aus.

Auch „bodenständige“ Projekte in der Planung
Düsseldorf entwickelt sich nicht nur in die Höhe, sondern weiterhin auch „down to earth“. Beispielhaft nannte Geisel hier die neue Alltours Zentrale als architektonischen Blickfang am Mannesmannufer ebenso wie die beiden neuen Hauptquartiere der erfolgreichen Start-ups Auxmoney und Boxine.

Der Kreditmarktplatz Auxmoney fand das passende Gebäude auf der Kasernenstraße. Das Gebäude war über 20 Jahre Sitz der Handelsblatt Verlagsgruppe [wir berichteten]. Jetzt wird es entkernt, saniert und komplett nach den Wünschen des neuen Mieters neu gestaltet. Auf sechs Etagen und 10.400 m² Bürofläche entsteht eine hochmoderne Arbeitswelt. Geplanter Einzugstermin ist Mitte 2020.

Ein Umzug steht in 2020 steht auch für das Unternehmen Boxine an, dessen Tonieboxen mittlerweile millionenfach in Kinderzimmern zu finden sind. Es zieht in die früheren Druckereiräume des Rechtsverlages auf der Oststraße ein. Mit einer Kombination aus neuen und alten Elementen soll dieser Innenhof zukünftig die Geschichte seiner Entstehung vom 19. Jahrhundert bis heute erzählen.

Es gibt aber noch weitere, spannende Revitalisierungsprojekte in der City: Nach dem Wegfall des Tausendfüßlers vor gut sechs Jahren wird der Alte Leipziger - Hallesche Konzern sein bestehendes Gebäude am Joachim-Erwin-Platz durch einen Neubau ersetzen. Oberbürgermeister Geisel zeigte in München die neuen luftig-transparenten Entwürfe des Architekten Christoph Ingenhoven. „Düsseldorf ist für uns ein hoch attraktiver Investitionsstandort mit Zukunft. Mit dem neuen Gebäude setzen wir einen weiteren architektonischen Akzent in der Innenstadt und stärken den lokalen Einzelhandel“, teilt der Versicherungskonzern mit.

Neue Projekte stellte Oberbürgermeister Geisel auch für den Wohnbedarf vor: Erstmals wurden dabei Pläne für das Quartier in den Benrather Gärten im Düsseldorfer Süden öffentlich bekannt. Auf dem alten Nirosta-Gelände will die CG-Gruppe rund 1.000 Wohnungen bauen, davon 20 Prozent gefördert und 20 Prozent mietpreisgedämpft. Nahversorgung, Schule und Kitas sowie kulturelle Flächen berücksichtigt der Entwurf ebenfalls - wie auch Büros, ein eigens ausgewiesenes Start-up-Cluster – kombiniert mit einem innovativen Verkehrskonzept [wir berichteten]. Besonders hervorzuheben ist die Standortsicherung zweier Düsseldorfer Unternehmen durch die Entwurfsplanung. „Wir freuen uns, dass wir im Rahmen der gestern unterzeichneten Absichtserklärung mit der CG-Gruppe Lösungswege gefunden haben, deren Umsetzung es uns ermöglicht, den Stammsitz unseres mehr als 85 Jahre alten Familienunternehmens in Düsseldorf zu festigen und zukünftige Investitionen der Unternehmensgruppe am Standort in Düsseldorf-Benrath umzusetzen“, so die Walther Flender GmbH. „Das sind gute Nachrichten für den Düsseldorfer Süden, weil es Arbeitsplätze sichert und Potenziale für neue schafft“, so OB Geisel.

Auf Projekte mit einer ganz besonderen Geschichte, geht der Oberbürgermeister ebenfalls in seiner Präsentation ein. Die Rede ist vom neuen Wohnquartier auf dem ehemaligen Gelände der Ulmer Höh – dem Düsseldorfer Gefängnis [wir berichteten]. Eine ähnliche, nicht minder bewegte Geschichte verbinden Düsseldorfer mit der Rethelstraße. Anstelle des Rotlicht-Milieus ist ein Wohnquartier mit rund 70 Wohneinheiten geplant: Mikroapartments, die vor allem Studenten und Young Professionals anziehen sollen.

Viel Wohnraum entsteht auch in der südlichen Innenstadt. Frisch prämiert ist der Entwurf „Wohnen am Sonnenpark“ der Architekten Kister Scheithauer Gross Architekten und Stadtplaner in Düsseldorf Oberbilk [wir berichteten]. Landmarken hatte gemeinsam mit der Landeshauptstadt einen architektonischen Wettbewerb ausgeschrieben. Entlang der Kölner Straße entsteht ein Wohnprojekt mit rund 50 Prozent gefördertem Wohnungsbau. Insgesamt sind 220 Wohneinheiten geplant.

Ebenfalls preisgedämpfte und sozial geförderte Wohnungen sind in unmittelbarer Nähe zu den Bilker Arkaden geplant: Hier überzeugte der Entwurf des Teams Wienstroer Architekten und Stadtplaner aus Neuss, der 185 Wohneinheiten vorsieht.
Fotos: Landeshauptstadt Düsseldorf/Michael Gstettenbauer
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